Mittwoch, 5. Januar 2022
3 Tage ist dieses Jahr erst alt.
Nach 3 Tagen tritt das nunmehr ein, was schon in den letzten 3 Monaten über uns hing.

Ich habe dich gebeten, mir das Herz zu brechen.
Nun passiert genau das.

Selbst mit diesem ?Vorlauf? schmerzt es unheimlich.
Die blanke Vorstellung, dass wir ?uns? nicht mehr haben werden, lässt mich in Schockstarre verfallen.

Mein Verstand sagt mir, dass wir das richtige tun.
Dass du mehr denn je an deinen Grenzen angelangt bist.
Dass du ?allein fallen musst?, um in deinem Universum Ordnung zu schaffen.

Der Gedanke, nicht für dich da sein zu können, dich mit all dem alleine lassen zu müssen, ist nur noch grausam.
Bei dir zu sein würde bedeuten, den Vulkan in deinem Universum ausbrechen zu lassen und das wäre noch verheerender.

Ich weiß, dass wir das richtige tun.
Wirklich.
Aber es fühlt sich so falsch an.
Verstand schlägt Herz. Wie immer.

Unser Tanz in den letzten Monaten war vielleicht zu berauschend.
Wir waren miteinander vielleicht zu gut.
Zu schön, um auf Dauer zu bestehen.

Keiner von uns beiden gibt sich gerne einer Vorstellung mit ?hätte ich doch?? hin.
Aber heute Morgen, noch bevor ich deine Nachricht gelesen habe, deren Inhalt mir schon bewusst war, bin ich schwach geworden.
Heute Morgen habe ich genau diesen absurden Gedanken zugelassen.

Hätten wir schon vor Jahren; vor über einem Jahrzehnt mutiger sein müssen?

Haben wir zulange gewartet?

Deine Antworten hierzu werden mich nicht erreichen.
Sicherlich schicke ich dir irgendwann den Link zu diesem Ersatzblog.
Wenn ich es kann.
Wenn ich es bis dahin geschafft, mich wieder zur Auster zu machen.
Wenn sich mein Schaukelstuhl wieder wie Heimat anfühlt.

Mir war bis eben nie klar, warum ich mich aus eben diesen nie heraus bewegt habe.
Warum von vorherein klar war, dass ich nie eine Gefahr für dein Universum war.
Weil dein Universum ein solcher Käfig, manchmal sogar ein Gefängnis ist, dass ich nie eine Chance hatte.
Ich wusste immer, dass es dich dort hält und somit wusste ich auch immer, dass mein Schaukelstuhl Bestand haben wird.

Du gehst mit diesem Käfig so ganz anders um, als ich es tun würde.
Ich wäre viel brachialer und hätte auch schon viel früher eine Entscheidung erzwungen.
Das macht dich zum besseren Menschen als mich.
Das habe ich immer bewundert.
Und gleichzeitig bedauert.
Weil es dich so unglücklich macht.
Weil du so viel mehr verdient hast und auch so viel bereit bist zu geben.

Ich habe es mit meinen Fingerspitzen gespürt, wenn du glücklich warst.
Dennoch konnte ich dir dieses Glück nicht auf Dauer geben.
Das tut mir leid.

FDg und geliebt.

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