Mittwoch, 3. Januar 2024
Imperativ vs. Präsens
„Sei zufrieden!“, sagst du, als wir über den Jahreswechsel und deine Gedanken sprechen.
Du willst zufrieden sein, während kleine Träumerein durch deine Tage wandern.

Aber ist das die richtige Zeitform? Die richtige Betrachtungsweise?

„Ich bin zufrieden!“, wäre doch einfacher.
Weil wir das Maximale aus unser jeweiligen Situation herausholen; aus Universen, die wir nicht ändern können.
Weil das, was wir uns gegenseitig geben und erhalten, doch ausreichend ist.
Mehr geht nicht. Mehr wäre nicht umsetzbar.
Also wozu nach „mehr“ streben? Man kennt die Antwort doch längst.

Aus einem „sei“ ein „bin“ zu machen befriedet seelisch auch.
Ich kann von mir sprechen, ich fühle mich nicht mehr getrieben.
Nicht mehr haltlos. Ich muss nicht mehr auf Dinge hoffen, sie mir wünschen, sie mir erträumen, welche eh nie eintreten werden.

Es ist wie dein Geschenk zu Weihnachten.
Während meine Finger über den Kaschmirschal gleiten, weiß ich, dass ich zufrieden bin.
Der Schal wird mich wärmen, mich umarmen, mich versinken lassen, wenn ich mich in den Sturm des Alltags stellen muss.
Weil „mehr“ nicht da sein wird.
Aber das ändert nichts an der Schönheit dieses Geschenks.
An das Wohlfühlen, wenn ich ihn anlege.
Weil wir das miteinander haben, was in unseren jeweiligen Leben möglich ist.
Reicht dir das nicht? Stellt dich das nicht zufrieden?

Wir hören uns.
Wir treffen uns.
Wir teilen Dinge miteinander.
Du bereicherst mich.

Und ja, mich stellt das zufrieden.
Aber nur, weil ich Träumereien nicht mehr zulassen kann.

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Verzeihen Sie mir die vorlaute Stimme aus dem romantischeren Süden, aber Träumereien ganz abzuschwören,wäre doch schade.

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kein Abschwören
aber realistisch betrachten sollte man Träumereien.

Träume werden selten Wirklichkeit.

Träume lassen uns versinken, der realen Welt entfliehen.
Das ist auch in Ordnung so.

Aber Träume schieben nicht die Realität zur Seite.

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